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Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung

Forschung

Das Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung entstand aus dem Gedanken heraus, mit einem multidisziplinären Ansatz die Komplexität von Städten zu erfassen. Die Forschungsaktivitäten innerhalb des Georg-Simmel-Zentrums finden dementsprechend in ganz unterschiedlichen Disziplinen statt.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Aktuelle Projekte

DFG-Forschungsprojekt: Stadtentwicklung und UNESCO-Weltkulturerbe: Transformation von Industriearealen (2017 bis 2018)

Im Forschungsprojekt Stadtentwicklung und UNESCO-Weltkulturerbe sollen Erkenntnisse über Kulturerbeschutz und Stadtentwicklungsplanung aus einem vorangegangenen Forschungsprojekt in der Praxis der UNESCO-Weltkulturerbestätte Industriekomplex Zeche Zollverein genutzt werden.

Wesentliches Ergebnis des vorausgehenden Forschungsprojektes war unter anderem, dass Denkmalschutz und Stadtentwicklung als unabhängige Diskurse verstanden werden können und dass vermittelnde Werte (z. B. Zugänglichkeit, Erhaltung, Entwicklung etc.) in der Praxis helfen, um Konflikte zwischen diesen Diskursen zu lösen. Es wurde die Frage beantwortet, wie der Denkmalschutz mit den divergierenden Zielen von Stadtentwicklung, Kreativwirtschaft und Architekturproduktion verbunden wird. Das Erkenntnistransfer-Projekt mit Industriekomplex Zeche Zollverein hilft, ein entsprechendes vorbildliches Heritage-Management zu definieren und zu dokumentieren. Seit der IBA Emscher Park (1989 bis 1999) hat Zollverein international eine Pionierrolle als vorbildliches Industrieerbe inne. Anwendungspartner ist die Stiftung Zollverein, die als maßgeblicher Akteure für die Erbestätte verantwortlich ist. In der Praxis wird die Aufgabe der Vermittlung von Erhaltungsanliegen des Weltkulturerbeschutzes und Anliegen der Stadtentwicklungsplanung im Heritage-Management geleistet und mittels Good-Practice bewertet. Für das Industrieerbe ist diese Praxis nicht systematisch definiert.

Das Arbeitsprogramm beinhaltet:
(i) Aufsetzen eines Prozesses: Gemeinsam mit der Stiftung Zollverein werden Werkzeuge für die Praxis des Heritage-Management erarbeitet und Kriterien zur Definition von Good Practice formuliert;
(ii) Erstellen eines Produktes: Gemeinsames Produkt ist eine internetbasierte Good-Practice-Sammlung, die als Modellprojekt gute planerische Praxis im Heritage-Management des Industriekomplexes Zeche Zollverein aufzeigt und vermittelt. Erfahrungen aus der nationalen und internationalen Diskussion werden einbezogen;
(iii) als Rückwirkung auf die Wissenschaft: mit diesem Projekt wird Forschung zu (nachhaltigen) städtischen Transformationsprozessen vertieft. Prozess und Produkt bereiten jeweils eine mögliche Erweiterung auf andere Industrieerbestätten vor. Die Ergebnisse des Projektes sollen in die Nachwuchsförderung am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung der Humboldt-Universität einfließen.

Als spezifische Ziele bzw. Aufgaben des Erkenntnistransfer-Projektes sind festzuhalten:
1. Praxisbezogene Aufgaben: Werkzeuge für die Praxis des Heritage Management (Toolkit) sowie eine strukturierte Good-Practice-Sammlung entwickeln, zudem die dauerhafte Nutzungsfähigkeit der internetbasierten Good-Practice-Sammlung sicherstellen.
2. Anwendungsbezogene Forschungsfrage: Wie kann - im Kontext eines städtischen Transformationsprozesses - Heritage-Management mit (nachhaltiger) Stadtentwicklungsplanung in Konsens gebracht werden?

Dr. Heike Oevermann (GSZ) ist die Bearbeiterin dieses Forschungsprojekts und Prof. Dr. Harald A. Mieg (Geographisches Institut HU Berlin, GSZ) übernimmt die Projektleitung.

Forschungsprojekt: Claiming the public space: Urban interventions and the shift from vertical to horizontal urban planning (2016 bis 2018)

Main goal of the research project Claiming the public space: Urban interventions and the shift from vertical to horizontal urban planning is the analysis of conflicts around and in urban public spaces based on an empirical research of urban interventions developed and implemented by organized groups of activists and professionals (artists, historians, sociologists, etc.) in St. Petersburg and Berlin. In the framework of this project urban interventions are understood as tools of a new approach to urban development. Urban interventions mean a challenge both for the practice and for the agents of vertical urban planning, and they entail an approach for horizontal urban planning.

Urban interventions imply the multiplication and fragmentation of agents claiming access to the urban public space. New forms of urban action performed by multiple agents not only can lead to a resolution of classical conflicts rooted in the hierarchical forms of urban planning and design, but they can also bring about a horizontal urban development, which is characterized by increasingly liquefying structures. Thus, a further aim of this project is to investigate the potential, power and effect of urban interventions in the process of urban development, moreover to study their impact on the classical hierarchical forms of urban planning and design in various European and non-European cities.

Das Projekt ist eine Kooperation des Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung, mit TACT (International Research on Art and the City) und CISR (Centre for independent Social research).

Dr. Eszter Gantner (Institut für Europäische Ethnologie HU Berlin, GSZ), Dr. Oleg Pachenkov (Open Urban Labaratory, CISR, Sankt-Petersburg) und Dr. Heike Oevermann (GSZ) arbeiten von 2016 bis 2018 an diesem Forschungsprojekt.

Unterstützt wird das Projekt von der Alexander von Humboldt-Stiftung im Rahmen des Programms Förderung von Institutspartnerschaften.

 

Vergangene Projekte

Forschungsprojekt: SEiSMiC (2013 bis 2016)

Im Rahmen des EU-Projektes SEiSMiC (Social Engagement in Science, Mutual learning in Cities) wird am Institut für Europäischer Ethnologie ein Netzwerk mit dem Schwerpunkt soziale Innovation in urbanen Räumen entwickelt. Ziel ist eine von den beteiligten Akteurinnen und Akteuren gestaltete Bestandsaufnahme und ein Vergleich der Formen, Treiber und Barrieren sozialer Innovation in elf europäischen Ländern. Im Fokus von SEiSMiC stehen Mobilisierung und gemeinsames Lernen, die Beteiligung der Zivilgesellschaft sowie das Identifizieren sozialer Bedürfnisse in der Stadtentwicklung überall in Europa.

DFG-Projekt: Transformationen historischer Industrieareale der Stadt (2011 bis 2014)

Die Ziele von bewahrendem Denkmalschutz und aktueller Architekturproduktion sind in der Nutzung historischer Bauten grundsätzlich divergierend. Zunehmend stellt der Umgang mit historischen Industriebauten auch in der Stadtentwicklung, deren Ziele sich naturgemäß von denen des Denkmalschutzes unterscheiden, eine bedeutende Herausforderung dar. Insbesondere die Einbindung von Kreativwirtschaft in die Stadtentwicklung – in Fällen wie Zeche Zollverein - verschärft die Diskussion über einen denkmalgerechten Umgang mit den historischen Bauten

Das Projekt soll die Frage beantworten, wie der Denkmalschutz mit den divergierenden Zielen von Stadtentwicklung, Kreativwirtschaft und Architekturproduktion verbunden werden kann. Annahme für die Forschung ist, dass die Konflikte um Ziele bzw. die Konflikte infolge differenzierender Konzepte sich in den unterschiedlichen Wertsetzungen der Perspektiven begründen. Es wird systematisch herausgearbeitet, wo Gemeinsamkeiten zwischen den Perspektiven, insbesondere vermittelnde Wertsetzungen, bestehen. Diese werden im Hinblick auf die Ziele und Konzepte des Denkmalschutzes geprüft.

Perspektiven sind sozialwissenschaftlich betrachtet Diskurse, da sie Konzepte, Ziele und Wertsetzungen, sowie Grundannahmen verbinden. Aus diesem Grund werden die Perspektiven mit Hilfe der sogenannten synchronen Diskursanalyse untersucht. Durch die Anwendung dieses Forschungsinstrumentes auf die Belange des Denkmalschutzes leistet das beantragte Projekt zudem eine Erweiterung des methodischen Instrumentariums der Forschung im Bereich Stadtentwicklung und Denkmal- und Kulturerbeschutz.

Das Projekt untersucht europäische Fallbeispiele für die Umnutzung historischer Industrieareale. Diese sind die Zeche Zollverein (Deutschland), das Hafenareal in Liverpool (Großbritannien), das Sulzer Areal in Winterthur (Schweiz) und das Falck Areal in Sesto San Giovanni bei Mailand (Italien).

Das DFG Projekt mit dem Titel: Historische Industriearchitektur und divergierende Ziele von Stadtentwicklung, Kreativwirtschaft und Architekturproduktion. Nutzung des Instrumentes der Diskursanalyse für den Denkmalschutz wird in den Jahren 2011-2014 von Prof. Harald A. Mieg und Dr. Heike Oevermann bearbeitet. Kooperationspartner ist Prof. Johannes Cramer von der TU Berlin. Teilprojekte sind: Cities and Change and Challenge: urban development, architecture and industrial heritage sites in European cities und Synchronic discoures analysis (synchrone Diskursanalyse).

 

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