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Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung

Bucherscheinungen

Community as Urban Practice

Im März 2017 erschien Talja Bloklands Buch zu einem zentralem Konzept der Urban Studies:

Talja Blokland: Community as Urban Practice

Gemeinschaft ist eine zentrale Idee der Metropolenforschung. Trotz dieser Zentralität ist sie konzeptuell noch immer vage und damit schwer in empirische Forschung umzusetzen. Ausgehend von bestehenden Theorien über Gemeinschaft bietet Talja Blokland einen wichtigen Beitrag zu Definition und Verständnis dieses Schlüsselthemas.

Blokland argumentiert, dass der Fokus in der Vergangenheit zu stark auf die Gemeinschaft als ein stabiles Konstrukt gelegt wurde, das durch langlebige Beziehungen mit Verwandten, Freunden, sozialen Gruppen oder Nachbarschaften geformt wird. Sie richtet die Aufmerksamkeit auf kurzlebige, fliesende Begegnungen, die die Gemeinschaft bilden, und theoretisiert Gemeinschaft als geteilte urbane Praxis in einer sich globalisierenden Welt. Das Buch stellt zwei Arten über Gemeinschaft zu denken vor: die Dimension der Vertrautheit, die durch unsere Fähigkeit Identitäten zu konstruieren definiert wird, und die Dimension des Zugangs, die durch unsere Freiheit urbane Räume zu betreten und zu verlassen definiert wird. Diese Dimensionen setzen unterschiedliche urbane Beschaffenheiten zusammen, die es uns möglich machen Gemeinschaft in vielfältiger Weise zu erleben und zu praktizieren. Gemeinschaft ist letzten Endes eine urbane Praxis, nicht ein unveränderbarer Stand der Dinge.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Wiley Verlags.

 

 

Gentrifizierung in Berlin

im September 2016 erschien folgendes Buch zu einem der größten Konfliktfelder der gegenwärtigen Stadtentwicklungpolitik:

Ilse Helbrecht (Hrsg.): Gentrifizierung in Berlin. Verdrängungsprozesse und Bleibestrategien

Gentrifizierung ist das vermutlich größte Konfliktfeld der aktuellen Stadtentwicklungspolitik – denn Gentrifizierung bedeutet, dass ärmere Bevölkerungsgruppen von  wohlhabenderen Schichten aus ihren Wohngebieten verdrängt werden. Obwohl diese Entwicklung offensichtlich ist, hat sich die deutsche und internationale Forschung bisher nur mit der baulich-sozialen Aufwertung von Quartieren beschäftigt. Die Folgen für die Verdrängten blieben bisher so gut wie unbeachtet. Wohin ziehen sie? Was bedeutet die  Verdrängung aus dem angestammten Quartier für sie? Welche Bleibestrategien gibt es?  Am Beispiel von Berlin, der deutschen »Hauptstadt der Gentrification«, gehen die Beiträge des Bandes diesen drängenden Fragen mit innovativen Methoden nach.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website des transcript Verlags.

 

 

IMS: Themenschwerpunkt Städtisches Erbe - Urban Heritage

kürzlich erschien der 1. Halbjahresband 2016 der Informationen zur modernen Stadtgeschichte:

Oevermann, Heike/Frank, Sybille/Gantner, Eszter (Hrsg.): IMS: Themenschwerpunkt Städtisches Erbe - Urban Heritage. Berlin: Deutsches Institut für Urbanistik 2016.

Das Themenheft setzt sich aus einer interdisziplinären Sicht mit Städtischem Erbe auseinander. Beiträge aus Ethnologie, Geschichtswissenschaft, Stadtarchäologie, Architektur, Sozialwissenschaften, Geographie und Marketingtheorie beleuchten Urban Heritage aus unterschiedlichen Blickwinkeln und setzen verschiedene thematische Akzente. Der Themenschwerpunkt schließt mit der Rezension des Sammelbands "Urban heritage, development and sustainability: international frameworks, national and local governance" von Sophia Labadi und William Logan (Hrsg.)

Grundlage des Themenschwerpunkts sind Debatten und Erkenntnisse aus dem Kolloquium "Stadtforschung meets Heritage"  (SoSe 2013), dem Workshop "Urban Heritage" (Januar 2014) und der Konferenz "Urban Heritage und Urban Images" (Oktober 2015), die von den Herausgeberinnen in Zusammenarbeit mit dem GSZ initiiert und durchgeführt wurden.

Eine ausführliche Zusammenfassung des Heftes ist auf der Website des Difu zu finden. Dort ist auch eine Bestellung möglich.

 

Planungsprozesse in der Stadt

2015 erschien das vorliegende Buch über synchrone Diskursanalyse in der Planung:

Harald A. Mieg, Heike Oevermann (Hrsg.): Planungsprozesse in der Stadt: Die synchrone Diskursanalyse Forschungsinstrument und Werkzeug für die planerische Praxis
 

Planung wird heute von vielzähligen Akteuren in der Stadt betrieben: Vertreterinnen der Planungsprofessionen, Bürgergruppen und Initiativen, Künstler und Kreative, Eigentümerinnen, Politik und Wirtschaftsvertreter. Planung ist multivokal geworden. In diesem Kontext initiierten Studierende  des Instituts für Europäische Ethnologie (Jonas Müller und Jan Lange) einen interdisziplinären Austausch, wie ‚die Planung‘ eigentlich plant. Ein Themenheft bei der Zeitschrift Berliner Blätter ist dazu in Vorbereitung.

Planungsprozesse in der Stadt sind oftmals gekennzeichnet durch Konflikte, aber auch durch die Vermittlung unterschiedlicher Anliegen und die Entwicklung alternativer Gestaltungsoptionen. In diesem Kontext wird es zunehmend wichtiger, Debatten und Entscheidungsprozesse zu untersuchen und zu verstehen. Aus der interdisziplinären Zusammenarbeit in einem DFG Forschungsprojekt am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung ist in diesem Kontext ein Forschungsinstrument entwickelt und erprobt worden: die synchrone Diskursanalyse. Die synchrone Diskursanalyse ermöglicht die Untersuchung der im Planungsprozess genutzten Diskurse entlang der beteiligten Akteure bzw. Akteursgruppen. Mit der synchronen Diskursanalyse können die gleichzeitig wirkenden Diskurse (Diskurskonstellation) in ihrem Zusammenspiel untersucht werden. Die synchrone Diskursanalyse ist ein Instrument, um Konflikte und Vermittlungen über Ziele und Konzepte in Planungs- und Transformationsprozessen die Stadt systematisch zu erfassen. Nicht zuletzt kann damit dann auch die Frage untersucht werden, wie die Planung  plant.

Weitere Informationen zu dieser Publikation finden Sie auf der Webseite des vdf Hochschulverlags.

 

 

Urban Commons

Im Juni 2015 erschien der Sammelband "Urban Commons" der Urban Research Group:

Mary v. Dellenbaugh / Markus Kip / Majken Bieniok / Agnes Katharina Müller / Martin Schwegmann (Hrsg.): Urban Commons. Moving Beyond State and Market

Band 154 der Reihe Bauwelt Fundamente dokumentiert interdisziplinäre Forschungsergebnisse zum urbanen Gemeingut, den "Urban Commons". Spätestens seit David Chipperfield im Jahr 2012 die Architekturbiennale unter das Motto "Common Ground" stellte, ist das Thema des Gemeinguts, der "Commons", im Architekturdiskurs angekommen. Doch: Wie genau definiert sich dieses Gemeingut? Und kann man es überhaupt planen? Die Autoren der am 1. Juni 2015 erscheinenden Publikation Urban Commons stammen aus so unterschiedlichen Fachdisziplinen wie Architektur, Psychologie, Geografie, Stadtplanung und Soziologie. Gemeinsam haben sie als Urban Research Group Grundlagen und Wirkungsweisen der "Commons" empirisch und theoretisch untersucht:

Städtischer Raum ist ein Gemeingut, ein Ort der Zusammenarbeit und des Verhandelns von Menschen, zugleich aber auch dessen Ergebnis. Städtischen Raum als ein Gemeingut zu verstehen folgt der Annahme, dass die Produktivität der Städte den Strategien des Staates und des Marktes vorausgeht, also gerade nicht aus ihnen resultiert. Dieser Ansatz stellt die These infrage, Urbanisierung sei kapitalgesteuert. Eine Reihe aktueller urbaner sozialer Bewegungen wie die Occupy-Bewegung oder die "Right to the City"-Zusammenschlüsse unterstützen diese Annahme. Gleichwohl existiert das urbane Gemeingut in engem Zusammenhang mit Staat und Markt. Beide versuchen, es zu kontrollieren und sich zu Nutze zu machen: Einerseits werden Initiativen zu gemeinschaftlichen Freiräumen von den Regierungen unterstützt, um städtischen Raum aufzuwerten und die Auswirkungen wirtschaftlicher Umstrukturierungen abzuschwächen. Andererseits wird das kreative und produktive Potenzial der "Urban Commons" durch die anhaltenden Versuche untergraben, diese zu privatisieren und zu kommerzialisieren.

Der Band untersucht diese aktuelle Thematik theoretisch und empirisch anhand eines breiten Spektrums von internationalen Fallstudien – zum Beispiel in Berlin, Hyderabad oder Seoul. Aus dem Blickwinkel der Stadtforschung wird erstmals die breite Diskussion über die urbanen "Commons" erschlossen, die derzeit in der Forschung und unter Aktivisten zu den Themen Wohnungsbau, öffentlicher Raum und städtische Infrastruktur geführt wird.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Birkhäuser/De Gruyter Verlages.