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Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung

Newsletter Mai 2018

Beyond Urban Transformations – KOSMOS-Workshop

 

Themen:*** Beyond Urban Transformations – KOSMOS-Workshop *** Urban Transcripts Journal – Call for Submissions: Visualisierungen der Stadt *** BZI – Städtische Transportinfrastrukturen: Die Ringbahn in Berlin *** Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung | Stadt- und Regionalsoziologie der HU Berlin – Think & Drink – Kolloquium*** Stadtmuseum Berlin - Die Schönheit der großen Stadt ***

 

Beyond Urban Transformations – KOSMOS-Workshop

Aktuell ist der städtische Raum eines der dynamischsten interdisziplinären Forschungsfelder: Wie und in welcher Gesellschaft wir künftig leben, wird in Städten ausgehandelt und entschieden (Kraft et. al., 2016). Eine fundierte Forschung über das Zusammenleben und die Zukunft unserer Städte sollte für uns als Stadtbewohner*innen, Ethnograph*innen, Geograph*innen, Soziolog*innen, Künstler*innen, Stadtplaner*innen und Designer*innen, daher durch vielschichtige und differenzierte Analyseebenen gekennzeichnet sein. Ziel unseres Workshops ist es, diese Forschung eng zu koppeln an eine breitgefächerte Untersuchung der Transformation städtischer Alltagswelten und Lebensstile, im Großen wie im Kleinen.

Der Begriff der urbanen Transformation umfasst bisher vor allem Konzepte zu Stadterneuerung, Prozessen der Gentrifizierung und der Neoliberalisierung der Stadt (Smith 1996, Brenner 2002, Larsen 2016). Um diese Prozesse zu verstehen, braucht es fundierte Forschung über die Strategien und Praxen urbaner Akteure, die sich stetig an bestehende und neu erwachsende Herausforderungen anpassen; beispielsweise durch Verhandlungen über ein Recht auf Stadt, wechselnde Konfigurationen des öffentlichen Raums oder neue räumliche Praktiken aufgrund zunehmender Digitalisierung (Lefebvre 1968, Harvey 2012, Habermas 1989, Miller et al. 2016, und Lim 2002).

Urbane Gesellschaften sind durch eine Reihe impliziter Regeln und Konventionen hierarchisch konstruiert; diese bestimmen die Verteilung der Rollen innerhalb der Gemeinschaft sowie die darin enthaltenen Wirkungsweisen von Macht und Exklusion. Wie können wir interdisziplinäre Forschungsansätze entwickeln und theoretische Konzepte mit fundierten Forschungsmethoden verknüpfen, um die Komplexität der Stadtforschung heute umfassend zu adressieren? Welche Konzepte urbaner Transformation helfen über große Theorien hinaus die Relevanz alltäglicher Praxis in den Vordergrund zu rücken, um somit die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse von und gemeinsam mit Stadtbewohner*innen zu verstehen und weiter zu denken?

Unter dem breit angelegten Thema der „Urbanen Transformation“ rückt der KOSMOS Workshop „Beyond Urban Transformation. Interdisciplinary Perspectives of Urban Everday Life” die zwei Schwerpunkte „Urban Resilience” und „Urban Commons” in den Fokus. Diese Schwerpunkte werden in Austausch mit aktueller Forschungspraxis zur Diskussion gestellt, um gemeinsam kollaborative und interdisziplinäre Modelle für zukünftige und engagierte Stadtforschung zu entwickeln. Wir wenden uns kreativen methodischen Herangehensweisen zu, die darauf abzielen „thick data“ (in Abgrenzung zu „big data“) zu generieren, zur Untersuchung räumliche Praxis im städtischen Alltag. Der Workshop befasst sich explizit mit der Verbindung zwischen grundlegenden theoretischen Konzepten der Stadtforschung, wie Resilienz, Urban Commons und Praxis und ihren begleitenden interdisziplinären methodologischen Herangehensweisen.

Der KOSMOS-Workshop “Beyond Urban Transformation” wird von der Exzellenz-Initiative der Humboldt-Universität zu Berlin gefördert und finanziert. Der Workshop findet in den Räumlichkeiten des Georg-Simmel Zentrums für Metropolforschung statt und wird organisiert vom Urban Ethnography Lab in Kooperation mit der Harvard University und der University of Toronto. Bewerbungen für den Workshop (einschließlich Motivationsschreiben von mindestens 350 Wörter und Lebenslauf) richten Sie bitte an: urbanethnographylab@gmail.com . Bewerbungen werden bis zum 15. Mai 2018 angenommen.

Weitere Informationen unter:
https://urban-ethnography.com/2018/03/22/beyond-urban-transformation-kosmos-workshop-2018/.

Carolin Genz ist Urbane Anthropologin und derzeitig Doktorandin im Bereich der Kultur- und Sozialgeographie am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin.

Dr. Aylin Yildirim Tschoepe ist Anthropologin und Architektin. Zurzeit forscht und lehrt sie am „Center for Middle Eastern Studies“ der Harvard Universität in Boston, USA.

Weiterführende Literatur:
ARCH+ Verlag GmbH, Kraft, Sabine, Zhen Zhang, and Anna Aichinger. 2016. The Transformative Powers of the Cities, in: "Planetary Urbanism - The Transformative Power of Cities" ARCH+223, pp. 5 - 9.
Brenner, Neil, and Nik Theodore. 2002. Spaces of Neoliberalism: Urban Restructuring in North America and
Western Europe. Malden, Mass.: Blackwell Publishing.
Habermas, Jurgen. 1989. The Structural Transformation of the Public Sphere: An Inquiry into a Category of
Bourgeois Society. Cambridge, MA: MIT Press.
Harvey, David. 2012. Rebel Cities: From the Right to the City to the Urban Revolution. London: Verso.Larsen.
Lefebvre, Henri. 1968. Le Droit à la ville [The right to the city] (2nd ed.). Paris, France: Anthropos.
Lim, Merlyna. 2002. Cyber-Civic Space in Indonesia: From Panopticon to Pandemonium?, in: International Development Planning Review 24 (4): 383-400.
Miller, Daniel, Elisabetta Costa, Nell Haynes, Tom McDonald, Razvan Nicolescu, Jolynna Sinanan, Juliano
Spyer, Shriram Venkatraman, and Xinyuan Wang. 2016. How the World Changed Social Media. London: UCL
Press.
Smith, Neil. 1996. The New Urban Frontier: Gentrification and the Revanchist City. London: Routledge

 


 

[Link] Urban Transcripts Journal – Call for Submissions: Visualisierungen der Stadt
Deadline: 20. Mai 2018


Städte sind viel mehr als das, was wir mit den Augen erfassen können. Dennoch begründen unsere Augen einen großen Teil unseres Verständnisses über sie. Auf der Suche nach einem breiteren Bild urbaner Komplexitäten tauchen viele Fragen auf: Wie visualisieren wir das Urbane und mit welchen Mitteln? Wie werden etablierte Vorstellungen, Meinungen und Glauben durch diese Visualisierungen in Frage gestellt? The Urban Transcripts Journal schreibt ein Call for Submissions verschiedener Formate aus. Texte, Fotografien, Videos und Bilder, die die Betrachtungsweisen der Städte vertiefen, erweitern, herausfordern und sich kritisch mit dem transformativen Potential der Visualisierungen der Stadt auseinandersetzten, können eingereicht werden.    

 

         

 

 

 

[Link] BZI – Städtische Transportinfrastrukturen: Die Ringbahn in Berlin
15. Mai 2018 | 18:00 Uhr


In urbanen Räumen sind Verkehrs- und Stadtentwicklung eng miteinander gekoppelt. Die Ringbahn, 1877 fertiggestellt, hat Berlin als metropolitanen Raum vordefiniert. Die Einrichtung von Ringbahnen in London und Berlin waren innovative Planungsmaßnahmen, deren Umsetzung nur in einem bestimmten Zeitfenster der Stadtentwicklung möglich wurde. Eine nachträgliche Übertragung auf andere, gewachsene Metropolregionen, z.B. Tokyo, ist kaum möglich. Der Vortrag „Städtische Transportinfrastrukturen“ beschäftigt sich mit dieser Thematik und wird von Prof. Harald Mieg (Mitglied des Georg-Simmel-Zentrums für Metropolenforschung) gehalten. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.  

 

 

[Link] Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung | Stadt- und Regionalsoziologie der HU Berlin – Think & Drink – Kolloquium
7. | 14. | 28. Mai 2018 | 18:00 Uhr

 

Im Mai veranstalten das Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung und der Lehrbereich für Stadt – und Regionalsoziologie der Humboldt-Universität drei interessante Kolloquien im Rahmen des Think & Drink. Am ersten Termin, am 7. Mai, wird Frau Lígia Ferro (Universidade do Porto) über
Interdisziplinarität und  Ethnographie in der Beforschung des urbanen Lebens sprechen. Am 14. Mai wird Joanna Kusiak (Universität Wien) über die Bedeutung urbaner Konflikte und derer Verhältnis zum Gesetz sprechen. Schließlich am Ende des Monats, am 28. Mai, hält Frau Johanna Hoerning (TU Berlin) eine Präsentation über die „Politics of Space“ von Nicht-Regierungsorganisationen. Alle Veranstaltungen finden auf Englisch statt.   

 

[Link] Stadtmuseum Berlin – Die Schönheit der großen Stadt
Bis zum 26. August 2018

Das Stadtmuseum Berlin eröffnete eröffnete am 23. Februar 2018 im Ephraim Palais die Sonderausstellung „Die Schönheit der großen Stadt“. Die Ausstellung trägt denselben Titel wie August Endells 1908 erschienenes Buch, welches beim Kuratieren der Ausstellung eine wesentliche Rolle spielte. Die Ausstellung zeigt anhand von Werken von Künstler*innen des 19. Jahrhunderts bis heute, wie die städtischen und sozialen Strukturen Berlins wahrgenommen wurden und werden.