Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2014/2015

 

Prof. Dr. Ugo Perone

Öffentlicher Raum und Religion

Vorlesung

In der Vorlesung wird es zunächst darum gehen eine Definition des „öffentlichen Raums“ zu geben: Was versteht man hierunter und was bedeutet Religion heute in einem öffentlichen Raum, der sich als weitgehend säkular versteht? Daran anknüpfend sollen zwei Lösungsmöglichkeiten dieser Fragestellung diskutiert werden: Einerseits die reduktive Lösung, d.h. der Rückzug der Religion in die Privatsphäre, und andererseits der integrative Ansatz, d.h. der Einbezug der Religion in die gesellschaftlichen Belange, die Werte und normativen Ordnungen. In diesem Sinn werden unterschiedliche Denker (Philosophen, Soziologen, Theologen) im Laufe der Vorlesung zu Wort kommen, z.B. Jürgen Habermas, Claude Lefort, José Casanova, Johan-Baptist Metz, u.a.; auch die Bedeutung der politischen Theologie bei Carl Schmitt wird eine Rolle spielen.

 
Eine Post-Heideggerianische Hermeneutik: Luigi Pareysons "Wahrheit und Interpretation" (Verità e interpretazione)

Seminar

Luigi Pareyson (1918-1991), der in Italien zu den bedeutendsten zeitgenössischen Philosophen zählt und als einer der führenden Hermeneutiker seiner Zeit – neben Gadamer und Ricoeur – angesehen werden kann, ist in Deutschland (noch) weitgehend unbekannt. Die 2013 erschienene Englische Übersetzung seines Hauptwerks „Wahrheit und Interpretation“ (Verità e interpretazione, 1971) ermöglicht nun eine breitere Rezeption seines Werks. Das Seminar nimmt dies zum Anlass, um mittels einer kommentierten Lektüre in Pareysons Denken einzuführen, insbesondere unter Berücksichtigung seiner kritischen Auseinandersetzung mit der Philosophie Martin Heideggers und Karl Jaspers.

 

Dr. Silvia Richter

Die Spur des Anderen – eine Einführung in Emmanuel Levinas’ Philosophie

Übung

„Einem Menschen begegnen heißt, von einem Rätsel wachgehalten werden.“, schreibt Emmanuel Levinas und umreißt damit prägnant ein Kernmotiv seines Denkens. Im Mittelpunkt der Philosophie Levinas’ steht der Andere, der mich durch sein Antlitz in eine Verantwortung ruft, der ich mich nicht entziehen kann. Anhand ausgewählter Texte möchte die Übung einführen in Levinas’ Philosophie und dabei auch seine jüdischen Schriften miteinbeziehen. Darüber hinaus soll auch ein Blick auf die im Rahmen der Edition der Oeuvres complètes aus dem Nachlass herausgegebenen Schriften Levinas’ geworfen werden sowie neuere Forschungsliteratur vorgestellt und diskutiert werden.