Guardini Professur für Religionsphilosophie und Theologische Ideengeschichte

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016

 

Prof. Dr. Ugo Perone

Das Prinzip Erinnerung

Vorlesung, Di 16-18 Uhr, Raum 013 in der Theol. Fakultät

In der Vorlesung soll es nicht um Konzepte der Memoria oder Gedenkkultur im weiteren Sinne gehen, vielmehr soll Erinnerung als hermeneutische Kategorie untersucht und diskutiert werden. Hierzu werden wir uns insbesondere Autoren widmen, die das Thema Erinnerung als kategoriales und hermeneutisches Prinzip in ihrem Denken jeweils auf unterschiedliche Weise behandelt haben, u.a Platon, Augustin, Henri Bergson, Maurice Halbwachs, Walter Benjamin, u.a. Ausgewählte Texte dieser Autoren, die in der Vorlesung behandelt werden, werden als Vorlage über Moodle bereitgestellt.

Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen: Ugo Perone, Trotz/dem Subjekt, Peeters Verlag, Leuven 1998, insbesondere Kap. 2.

 

Martin Heidegger, Brief über den Humanismus - Lektüre und Interpretation

Seminar, Mi 14-16 Uhr, Raum 117 in der Theol. Fakultät

Heideggers Brief über den Humanismus (1947) stellt einen Wendepunkt in seinem Denken dar: In seinen Reflexionen über Begriff und Bedeutung des Humanismus, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlicht, löst er sich endgültig von einer phänomenologischen Betrachtungsweise, wie er sie in Sein und Zeit (1927) anwendete. Der Text stellt somit einen markanten Punkt dar, der hinführt zu einer ontologischen Wende im Denken Heideggers. Darüber hinaus ist er ein bis heute sehr aktueller Text und soll im Seminar daher auch vor dem Hintergrund zeitgenössischer Problematiken (Postmodernismus) sowie in Auseinandersetzung mit anderen philosophischen Strömungen (der Existenzialismus Sartres) und in Bezug auf eine theologische Rezeption (z. B. H. Ott) gelesen werden.

Zur Anschaffung empfohlen: Martin Heidegger, Über den Humanismus, 11. Aufl., Vittorio Klostermann, Frankfurt a.M. 2010.
Als Einführung: Günter Figal, Martin Heidegger zur Einführung, 6. Aufl., Junius Verlag, Hamburg 2011.

 

Dr. Silvia Richter

Freiheit neu denken - Hannah Arendts politische Philosophie

Übung, Do 16-18 Uhr, Raum 113 in der Theol. Fakultät

Hannah Arendts Denken hat den Bruch des deutschen philosophischen Denkens der 20er Jahre in ihren intellektuellen Lebensweg aufgenommen und in eine politische Theorie des 20. Jh.s übertragen – eine Theorie, die aus den Erfahrungen von Flucht und Staatenlosigkeit schöpfte und so brisante Phänomene des 21. Jh.s, die Fluchtbewegungen und die Krise der institutionellen nationalen Politik, vorwegnahm. Die Übung möchte eine Einführung bieten in Arendts Denken und dabei insbesondere einen Fokus legen auf ihre Schriften zu jüdischen Themen, z.B. ihre frühe Biographie über Rahel Varnhagen, ihre Artikel in den 40er Jahren für die deutsch-jüdische Zeitung Aufbau und ihre Auseinandersetzung mit dem Zionismus.

Die Lehrveranstaltung wird für Theologiestudierende als Übung, für Philosophiestudierende als Seminar angeboten.

Zur Einführung: Grit Straßenberger, Hannah Arendt zur Einführung, Junius Verlag, Hamburg 2015.